Das Leben des Künstlers Egon Schiele

410px-Egon_Schiele_075Egon Schiele trug viel zu seinem eigenen Mythos bei, er kultivierte ihn nahezu. Sein Leben steht als ein Bild des jungen, begnadeten, missverstandenen, verfolgten und mittellosen Künstlers. Dazu starb Schiele sehr jung, mit gerade einmal 28 Jahren, während er zu den bedeutendsten Künstlern der Wiener Moderne zählte und durch seine sehr offenherzigen Frauenbilder bekannt wurde.

Schiele war ein Künstler, der sich durch das eigene Fleisch schnitt, um sein Skelett darunter bloßzulegen, der die Fassade zertrümmerte und Folterkammern und Sterbestationen in seine Welt einließ. Durch den Ersten Weltkrieg hatte er sich einem Szenarium ausgesetzt, dass er nicht verkraftete und an dessen Schreckensbilder er nagte.

Als junger Mann entdeckte er sein Talent früh, besuchte die Wiener Akademie der bildenden Künste. Bald darauf lernte er Gustav Klimt kennen, bezog ein eigenes Atelier und beteiligte sich an einer öffentlichen Gemeinschaftsausstellung. Klimts Werke beeinflussten den jungen Schiele stark, so dass seine erste erfolgreiche Ausstellung noch von einem ähnlichen Stil geprägt war.

Bilder von Klimt und Schiele finden Sie bei DieLeinwand.de

Er lernte den Kunstkritiker Arthur Roessler kennen, der ihm weitere Türen in die Kunstwelt öffnete, bis Schiele die Nase voll hatte und Wien mit seinem Modell Wally Neuzil verließ. Er lebte mit ihr in Krumau, wo sein Lebensstil schon bald Aufruhr verursachte, da in sein Atelier häufig Kinder eintraten, die er malte. Er wurde wegen sexueller Übergriffe an Minderjährigen verhaftet, wobei sich der Verdacht als falsch herausstellte.

Die Freundschaft zu Klimt ermöglichte ihn dann in Wien, trotz seines schlechten Rufes, erneut einen schnellen Einstieg. Er konnte seine Werke ausstellen, auch wurden in Karl Kraus‘ Zeitschrift „Die Fackel“ Gedichte von ihm veröffentlicht. Er heiratete Edith Harms und zog 1915 als Freiwilliger in den Krieg, der ihn stark traumatisierte. Bilder aus dieser Zeit finden Sie bei Druck auf Leinwand.

Bei seiner Rückkehr stieg er schnell in der Kunstszene auf. Klimt starb und Schiele widmete ihm eine seiner Ausstellungen. Als der Krieg seinem Ende entgegenging, kursierte in Wien die Spanische Grippe, von der sowohl seine schwangere Frau Edith angesteckt wurde als auch er selbst. Beide starben an den Folgen der Krankheit.